Über die Initiative BrSM - Konzeptioneller Ansatz

Konzeptioneller Ansatz

Die BrSM stellt eine Ausweitung des derzeitigen medizinischen Ansatzes dar und erweitert das klinische Repertoire.  Die Kenntnis über die grundlegende Vernetzung biologischer Netzwerke und ihre Rolle bei Gesundheit und Krankheit spielt eine zentrale Rolle bei der umfassenden Behandlung von Krankheiten.

Mit der Entwicklung des Modells sollten die Beziehungen zwischen den wissenschaftlichen und klinischen Elementen der BrSM so dargestellt werden, dass ein neuartiger, patientenzentrierter Wandel in der medizinischen Praxis ausgelöst und aufrechterhalten werden kann, der wiederum zu besseren Behandlungsergebnissen führt.

Die Entwicklung des Modells der Bioregulatorischen Systemmedizin

Im Jahr 2008 beriefen die für bioregulatorische Medizin zuständigen Mitarbeiter von Heel das erste Treffen zur Modellentwicklung mit unabhängigen medizinischen und wissenschaftlichen Experten ein. In den folgenden drei Jahren wurden vier weitere Expertenrunden durchgeführt.

Ziel dieser Expertenrunden war der Austausch über empirische Erfahrungen in der klinischen Praxis, um den ungedeckten medizinischen Bedarf und Lücken im derzeitigen Behandlungsparadigma aufzuzeigen.  Die Sitzungen umfassten auch Diskussionen und Feedback zu den neuesten Entwicklungen in der modernen Biomedizin, wobei diese vor dem Hintergrund der verfügbaren präklinischen und klinischen Forschung betrachtet wurden.

Daraus ergab sich eine erste Auswahl an wissenschaftlichen und klinischen Themen als Grundlage für eine Data-Mining-Strategie.  Zu den behandelten Themen gehörten u. a. Molekularbiologie, Systembiologie, Systemmedizin, P4-Medizin, das Abklingen von Entzündungsresolution, Immunologie, Neurowissenschaften, Genomik, Integrative Medizin, chronische nicht übertragbare Krankheiten, Multimorbidität und Iatrogenese. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Systembiologie und Systemmedizin als modernes, wissenschaftliches Modell, um die Komplexität von Biologie und Erkrankungen zu beschreiben.

Im Anschluss an diese Sitzungen wurden die Diskussionsinhalte zusammengefasst und ein vorläufiger Rahmen für das BrSM-Konzept entwickelt.

Die Abbildung unten veranschaulicht den Entwicklungsprozess. Weitere Einzelheiten sind im White Paper beschrieben.

Flow diagram

Bei den entscheidenden Schritten in diesem Prozess wurden schrittweise medizinische Fachkräfte und unabhängige wissenschaftliche Experten einbezogen und ein Rahmen für die Expertenrunden geschaffen wurde. Dabei wurde in fast jedem Arbeitsschritt Feedback eingeholt und der Konzeptualisierungsalgorithmus The Concept System© verwendet, um den sich abzeichnenden Konsens einer größeren Teilnehmergruppe zu berechnen und zu veranschaulichen. Das daraus entstandene konzeptionelle Modell bildet die Grundlage für die Entwicklung von Forschungsprogrammen und die weitere experimentelle Validierung.

Group Concept Mapping

Im Rahmen eines Group Concept Mappings wurden die einzelnen Beiträge analysiert, um Zusammenhänge zwischen den aus der Literaturrecherche und den Expertengesprächen abgeleiteten Punkten herauszuarbeiten.

  • Um den sich abzeichnenden Gruppenkonsens zu veranschaulichen, wurde eine zweidimensionale Punktekarte erstellt.
  • Anhand einer Struktur- und Funktionsanalyse wurde eine Clusterkarte erarbeitet, um Themen höherer Ordnung zu veranschaulichen.
  • Anhand der konzeptionellen Muster wurde deutlich, wie sich die Inhalte auf die zweidimensionale Modelldarstellung verteilen. Das Modell wurde von den Experten geprüft, wobei vier Anker-Cluster ermittelt wurden.

Eine ausführliche Erläuterung der Analyse des Group Concept Mappings finden Sie im White Paper.

Point Map

Jeder Punkt in der Abbildung repräsentiert eine der 102 Aussagen, die mittels umfangreicher Literaturrecherche und Expertenkonsens abgeleitet wurden und eine Hauptkomponente des konzeptionellen Modells der Bioregulatorischen Systemmedizin darstellen sollen. Die Punkte sind von 1 bis 102 durchnummeriert, und jede Nummer wurde nach dem Zufallsprinzip vergeben, um die Zuordnung zu erleichtern. Aussagen, die auf der Punktekarte näher beieinander liegen, wurden von den Teilnehmern im Allgemeinen als konzeptionell näher beieinander liegend betrachtet. Demgegenüber wurden Aussagen, die weiter auseinander liegen, im Allgemeinen als konzeptionell unterschiedlicher wahrgenommen.

Cluster Map

Die Beschriftungen, die den einzelnen Clustern zugewiesen wurden, entsprechen den gemeinsamen übergeordneten Themen, die die genaueren Aussagen innerhalb jedes Clusters beschreiben. Sie wurden so gewählt, dass ihre Bedeutung im Kontext des Paradigmas der Bioregulatorischen Systemmedizin ersichtlich ist. Die Cluster-Beschriftungen wurden durch die Autoren und die mitwirkenden Gutachter, die sich für die Entwicklung des Modells eingesetzt haben, abgeleitet und fertiggestellt.

Dimensions and Anchors

Die Abbildung veranschaulicht die konzeptionellen Dimensionen und Anker des Modells, die sich aus dem Prozess des Group Concept Mapping, der Analyse und der Auswertung der Zusammenhänge zwischen den einzelnen Clustern ergeben. Die in dieser Abbildung vertikal dargestellte Dimension trägt die Bezeichnung „Resolution Process“ (Auflösungsprozess), da sich ihr Inhalt darauf bezieht, wie die Teilnehmer die Bewältigung von Krankheiten durch interne und externe Mechanismen sehen. Die horizontale Dimension ist mit „Biological Information“ (Biologische Informationen) beschriftet; ihr Inhalt bezieht sich auf die Kommunikation innerhalb und zwischen den Mikro- und Makroebenen einer biologischen Organisation. Dazwischen liegende und zentral gelegene Cluster sind grau dargestellt, um ihre Lage entlang der Dimensionen und im Verhältnis zu den Ankerclustern (dunkelblau) zu verdeutlichen.

Intermediary Clusters

Die intermediären Cluster befinden sich räumlich zwischen den Ankerclustern und können als konzeptionelle Schnittstellen beschrieben werden, die einen starken Bezug zu ihren jeweils benachbarten Ankern haben. Die Abbildung veranschaulicht die Aussagen jedes dazwischenliegenden Clusters, die zwischen den entsprechenden Ankern der einzelnen Cluster angeordnet sind. Der Abstand einer Aussage zu einem der beiden Anker gibt die relative Stärke des Zusammenhangs wieder, den die Teilnehmer gemeinsam zwischen dieser bestimmten Aussage und den benachbarten Ankern wahrgenommen haben. Zu welchem Ausmaß der Raum (blaue Linie) zwischen den einzelnen Ankern relativ gleichmäßig mit Aussagen besetzt ist, kann ein Hinweis darauf sein, inwieweit das intermediäre Cluster tatsächlich als konzeptionelle Brücke zwischen den Ankern dient.