BrSM Modell - Bioregulatorische klinische Pharmakologie
Ein Grundprinzip der bioregulatorischen klinischen Pharmakologie besteht in der Fähigkeit von Arzneimitteln, ihre Wirkung gleichzeitig auf mehrere Ziele in krankheitsbezogenen Netzwerken zu entfalten. Die BrSM legt den Schwerpunkt auf Behandlungen, mit denen die körpereigenen Regulationsmechanismen unterstützt werden.
Die BrSM geht davon aus, dass eine Multi-Target-Strategie im Vergleich zu einer Single-Wirkstoff- und Single-Target-Strategie vier grundlegende Vorteile hat:
Der Wirkmechanismus und die Wirksamkeit von Arzneimitteln mit bioregulatorischen Eigenschaften hängen von den natürlichen additiven oder synergistischen Effekten ihrer einzelnen Inhaltsstoffe ab.
Synergistische Strategien sind wesentlich umfassender und komplementärer und bieten ein breiteres Wirkungsspektrum als Arzneimittel mit nur einem Wirkstoff. Daher eignen sich Kombinationspräparate gut für den Ansatz der BrSM. Die biologischen Informationen regulatorischer Netzwerke lassen sich mit Multi-Target- und Multi-Komponenten-Wirkstoff-Kombinationen zielgerichtet beeinflussen.
Die Wirkungsweise von Arzneimitteln natürlichen Ursprungs wird durch die enthaltenen natürlichen Substanzen sowie deren Synergie untereinander bestimmt. In manchen Fällen werden die bekannten Wirkstoffe durch andere Bestandteile verstärkt, während sie die Toxizität des Wirkstoffs in anderen Fällen verringern können. Es gibt Autoren, die behaupten, dass „natürliche“ Produkte besonders wirksam seien, weil ihre Multi-Komponenten-Beschaffenheit komplexe und diversifizierte Strategien nutze, um die Krankheitsprogression zu bekämpfen. Werden mehrere unabhängige Zielstrukturen (Targets) desselben Signalwegs gleichzeitig gehemmt, wird bereits durch eine leichte Hemmung jedes einzelnen Targets ein viel größeres Behandlungsspektrum und eine therapeutisch bedeutsame Wirkung erzielt. Die gleichzeitige und schonende Anwendung von mehr als einer natürlichen Substanz kann eine sichere und wirksame Alternative zu bestehenden Behandlungskonzepten darstellen.

Eine Grundannahme der Bioregulatorischen Systemmedizin besteht darin, dass Arzneimittel mit bioregulatorischen Eigenschaften die Autoregulation unterstützen, indem sie in Netzwerken, die durch Krankheiten beeinträchtigt sind, auf mehrere Targets (Knotenpunkte) gleichzeitig einwirken. Auf diese Weise lässt sich der biologische Informationsfluss direkt und gezielt steuern. Die Wirksamkeit dieses Multi-Target-Wirkprinzips wird dadurch bestimmt, dass das klinische Erscheinungsbild der Krankheit umgekehrt werden kann.